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Als das Leben laufen lernte

Evolution in Aktion

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783791361260
Sprache: Deutsch
Umfang: 248 S., 200 Farbfotos
Format (T/L/B): 2.4 x 28.4 x 24.5 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Das Berliner Naturkundemuseum ist mit über 30 Millionen Objekten eine wahre Schatzkammer des Wissens. 2007 wird dort die neue, bereits im Vorfeld viel beachtete Dauerausstellung EvA - Evolution in Action eröffnet. Sie beschäftigt sich auch mit der hochaktuellen Frage unseres Fortbestehens auf der Erde. Das Buch ist mit gut verständlichen, populärwissenschaftlichen Texten und hervorragendem Bildmaterial nicht nur für die Museumsbesucher attraktiv.

Leseprobe

Seit vielen Millionen Jahren haben die Vorgänge auf der Erde neue Lebensräume und hat die Evolution immer wieder neue Lebewesen hervorgebracht. Das Ergebnis ist eine überwältigende Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Uns Menschen beschäftigt dabei insbesondere die Frage, in welcher Beziehung der Homo sapiens zu diesen Abermillionen anderer Lebewesen steht. Wie wurde das Leben, was es ist? Und wie wurden wir zu dem, was wir sind? Vor allem aber: Welche Rolle werden wir zukünftig auf der Erde spielen?

Heute gibt die Evolutionstheorie Antworten auf die Frage nach der Artenvielfalt und zugleich Auskunft über unsere Abstammung und Ahnenschaft. Die Idee vom gemeinsamen Ursprung allen Lebens und einer über viele Millionen, ja Milliarden von Jahren dauernden Entwicklung des Lebens geht auf den britischen Naturforscher Charles Darwin (1809 - 1882) zurück. Nach seiner Erkenntnis sind kleinste Veränderungen im Bauplan der Lebewesen und große Zeiträume der Stoff, aus dem die Evolution gemacht ist. Mit seiner Theorie vom evolutionären Wandel durch genetische Variation, durch natürliche und sexuelle Auslese sowie durch Anpassung stellte Darwin vor anderthalb Jahrhunderten ein universelles Prinzip in der Natur vor, das bis heute nichts an Gültigkeit verloren hat. Seine Idee einer Evolution durch Anpassung und Auslese ist inzwischen durch unzählige Belege aus der Biologie untermauert.

Die Evolutionstheorie gehört zu den umwälzendsten intellektuellen Revolutionen in den Naturwissenschaften. Keine andere wissenschaftliche Theorie hat in den beiden vergangenen Jahrhunderten derart das Denken der Menschen beeinflusst, keine spielt eine
größere Rolle für das rationale Verständnis des Lebens, der Natur und des Menschen. Deshalb können wir sagen, dass wohl keine andere Forschungsrichtung unser wissenschaftliches Bild der Welt in den letzten Jahrzehnten mehr beeinflusst hat als die Evolutionsforschung. Tagtäglich wird unser Tun und Trachten von evolutiven Vorgängen bestimmt. Die immer weiter reichenden Vorstöße in Neuland des Wissens lassen uns heute erkennen, was Evolution wirklich ist und wie das Leben auf der Erde und die biologische Vielfalt entstanden sind. Wir verstehen besser denn je, welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen - und letztlich auch, welche Stellung dem Menschen dabei in der Natur zukommt.

In diesem Zusammenhang ist das Berliner Museum für Naturkunde zu Recht stolz auf jene Beiträge, die dort langjährig arbeitende Forscher etwa zur modernen Synthese der Evolutionstheorie im 20. Jahrhundert geliefert haben. Naturkundemuseen sind heute weitaus mehr als bloße Asservatenkammern der Artenvielfalt. Zwar sind auch einzelne Sammlungsbestände des Berliner Naturkundemuseums vor zwei Jahrhunderten aus kurfürstlichen Kuriositätenkabinetten hervorgegangen; doch heute ist dieses Museum weder allein Kulturzeugnis noch Mausoleum der Natur. Vielmehr ist es eine akademische Forschungseinrichtung erster Ordnung, und unsere Sammlungen sind zu einem unverzichtbaren Forschungsinstrument geworden, da sie die Natur modellhaft abzubilden vermögen.

Der vorliegende Essay-Band aus der Feder unserer Forscher, der eine tour d'horizon durch das Evolutionsgeschehen bietet, begleitet die Wiedereröffnung eines Teils der Ausstellungen im Berliner Museum für Naturkunde im Juli 2007, die unter dem Motto "Evolution in Aktion" stehen. Wie dieses Buch, so präsentieren auch die neuen Ausstellungen unser Wissen zu den Wechselbeziehungen zwischen Erde und Leben. In den neuen Dauerausstellungen präsentieren wir die Originalfunde eines 150 Millionen Jahre alten Brachiosaurusbrancai, das größte Dinosaurierskelett, das je in einem Museum aufgebaut wurde. Wir zeigen im Original das berühmte und wohl besterhaltene Exemplar des Urvogels Archaeopteryx lithographica, der Ikone der Evolutionswissenschaften. Daneben ist ein repräsentatives Spektrum naturkundlicher Raritäten und spektakulärer Naturobje ...